Review: Last of the Easy Riders – Unto The Earth

Die Band aus Denver lässt frühere Zeiten aufleben und mischt dabei Psych mit Country Rock.

Die Hippie-Zeit scheint wohl nie ganz aus der Mode zu kommen. Noch immer arbeiten sich diverse Bands an Styling und Sound der Phase ab. Zu nennen sind hier etwa die Mystic Braves oder die Triptides. Auch Last of the Easy Riders aus Denver befördern uns zurück in die frühen 1970er. Was sie aber gänzlich anders machen: Sie verwenden den Erzfeind, den reaktionären Country Rock, als Gegenpol.

Auf ihrer neuen Platte „Unto the Earth“ (Agitated Records) kann man die neun Songs grob in zwei Lager unterteilen: Sunshine Psych im Stile der Byrds und Country auf den Spuren des Bakersfield Sound. Das Zusammenspiel funktioniert dabei perfekt.

Im Gegensatz zu ihrer selbstbetitelten Vorgänger-EP aus dem Jahre 2016 ist der Sound etwas nuancierter und aufgelockerter. Zudem ist nun der klassische Country präsenter und darf gerne ganze Songs für sich beanspruchen, anstatt im Hintergrund zu schimmern.

So etwa auf „It Won’t Be Long“, eine an Merle Haggard erinnernde Nummer mit toller Pedal-Steel-Gitarre. Oder auf dem flotten „High and Lonesome“. Der Road Trip startet mit „Freewheelin'“, das feinsten Southern Rock anzubieten hat.

„Easy Alameda“ und vor allem der Titeltrack sorgen dann für einen Stilbruch und fallen sehr viel psychiger aus. Man befindet sich nun nah an den Byrds oder den Electric Prunes. Auch „Turn the Tide“ geht in diese Richtung.

Mit dem driftenden „Shadow Cruiser“ nähert man sich dann CSN an, wobei hier eher auch Stills‘ Soloarbeiten als Vorlage dienen dürfen.

Fazit: Sehr schön Retro-Platte. Die Band beherrscht die Stile perfekt und kopiert sie nicht nur.

 

8.9

Fazit

8.9/10