Review: Las Cobras – Selva

Psych-Dream-Shoegaze-Punk aus Uruguay. In der zweiten Auflage noch besser.

2017 betraten die Las Cobras mit dem wundervollen Debütalbum „Temporal“ die Bildfläche. Es war hypnotischer Psych mit etwas Punk und Shoegaze. Nun hat sich die Band aus Uruguay für eine neue Platte zusammengefunden.

Aus dem Duo Sofía Aguerre und Leandro Rebellato ist nach „Temporal“ eine richtige Band geworden. Die neuen Mitglieder waren bei „Selva“ (Fuzz Club) auch am Songwriting-Prozess beteiligt. Die Entstehung glich hingegen der von „Temporal“.

Man nahm bei Aguerre auf, startete ohne Plan, improvisierte, legte sich schließlich auf Songs fest. Das zusätzliche Personal sorgt für einen dichteren, dabei nuancierteren Sound.

Las Cobras bleiben weiterhin beim Psych-Dream-Punk, legen ihn schichtweise dar. Auf „Down Low“ peitschen die Drums etwa kühl ein, während darüber warm schlingernder Psych Rock liegt.

Facettenreich brummt, flirrt und scheppert „Misterio“ dahin. Es ist immer viel los, man findet stets neue Sachen heraus. „Evil In Your Eyes“ treibt zunächst angenehm, wir lassen uns fallen. Abrupt stellen wir fest, dass wir in einen alptraumhaften Sog geraten sind. Stimmen schwirren, alles ist irgendwie bedrückend. „Lo Hacemos Mal“ holt uns dann mit entspanntem Dream Pop ab.

Dann geht es mit „Ida“ zurück in eine fremde Welt. Ein wunderbar dichter Song, der einem Ritual gleicht. „Llamarás Mi Nombre“ hat World Music-Einflüsse, erkundet mit uns die Wüste, treibt uns dabei sanft an. Beinahe droneig wird es zum Abschluss mit „The Color Of Dawn“. Der Fade-Out gerät weird, verzerrt und zieht das letzte Stück Boden weg.

Fazit: Ein merkwürdiges, doch irgendwie höchst erlebenswertes Stück Musik.

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