Review: Lars Finberg – Tinnitus Tonight

Der Kalifornier zeigt erneut, wie Garage Rock zu spielen ist.

Lars Finberg, alter Haudegen der kalifornischen Garage Rock-Szene, ist mit einem neuen Solowerk zurück. 2017 hatte er „Moonlight Over Bakersfield“ veröffentlicht, ein schönes Album, das sich etwas weiter wegbewegte von dem, was Finberg mit The Intelligence macht. Klar, immer noch Garage Rock, aber schon viel wendiger und experimenteller.

Für „Tinnitus Tonight“ (Vapid Moonlighting / Mtn. St. Mtn) zog er sich mit einem Trio zurück. Sehr kompakt sollte das Ergebnis werden. Er setzte auf alte Freunde. Kaanan Tupper sitzt an den Drums, Lauren Mikus spielt das Keyboard und Chris Woodhouse nahm auf.

Dieses Setting spiegelt sich im Sound dahingehend wieder, dass die Platte sehr direkten Garage Rock anbietet, der zwar kreative Ausflüge erlaubt, dabei doch in der Tradition von Finbergs bisherigem Oeuvre steht. Davon ausgenommen ist der fuzzy Elektro-Kracher „Satanic Exit“, der erst auf den letzten Metern zum Garage Rock übergeht.

Ansonsten pendeln Finberg & Crew zwischen elegantem und zwingendem Rock, der oft schief, aber auch ungemein catchy ausfällt. Ambitioniert ist er, aber nicht zu vertrackt.

Neben antreibenden („The Doors“), gar schreddernden („Public Admirer“) Nummern, gibt es unzählige Highlights, die nicht viel Neues versuchen, aber die bekannten Zutaten perfekt vermengen.

„My Prison“ groovet so tool, „Burger Queen“ eiert wunderbar. „Wild Pilgrims“ ist gemütlich und anschiebend zugleich. Das ist alles wirklich fantastisch. Da muss man sich angestrengt erinnern, wann Finberg zuletzt so gut war.

Fazit: Der Meister kann es noch.

8.9

8.9/10
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