Review: Lars Finberg – Moonlight Over Bakersfield

Garage-Rocker Lars Finberg fügt seinem ohnehin schon facettenreichen Oeuvre neue Nuancen hinzu. Begleitet wird er dabei von Ty Segall.

In über 20 Jahren hat sich Lars Finberg seinen Platz in der Geschichte des Garage Rock gesichert. In unzähligen Bands war er tätig. Mit den A-Frames widmete er sich etwa dem Noise Rock, LoFi gab es mit Wounded Lion und Puberty. Auch bei den Thee Oh Sees war er eine Zeitlang mit dabei. Seine zentrale Arbeit ist aber die als Kopf der Garage-Rock-Band The Intelligence. Fiepsende Elektronika treffen auf mal melodische, dann wieder krachende Gitarren.

Sehr verwunderlich, dass Finberg nun mit „Moonlight Over Bakersfield“ (In The Red) erst jetzt sein Solo-Debüt veröffentlicht. Man hätte annehmen können, dass in seinem riesigen Back-Katalog bereits ein Solowerk schlummert. Seis drum, Ty Segall hat Finberg unterstützt, die Platte aufgenommen und auch musikalisch mitgearbeitet.

Als weitere Gäste finden sich auf der Platte Mikal Cronin am Saxofon, Lauren Mikus mit einem tollen Duett, La Luz‘ Shane Cleveland und der Drummer Coady Willis wieder, der bereits bei Big Business sowie den Melvins aufgetaucht ist. Der Sound orientiert sich eher an The Intelligence, weiß aber neue Nuancen hinzuzufügen.

So ist etwa das zentrale Stück „Myopic Blue Heaven“ etwas bisher noch nicht Gehörtes im Finberg-Universum. Dies ist ein sehr synthielastiger Track, experimentell angelegt und von einer Roboterstimme getragen. Es dominiert aber auf dem Album der leichtfüßige Garage Rock, der im Eröffnungsstück „Permanent Prowl“ um ein schräges Saxofon und knarzende Synthies ergänzt wird.

„Born Shopping“ ist einer der Hits der Platte. Die Drum-Machine arbeitet stoisch, dazu gibt es melodischen LoFi-Garage-Rock und ein tolles Gespräch zwischen Finberg und Lauren Mikus. Das fuzzy „Isle of Lucy“ lässt etwas den Rocker raus. Segalls Einfluss merkt man sehr deutlich auf „Benevolent Panic“.

„Iffy Love“, der Song mit Shane Cleveland, ist driftend und ungeheuer schön. Bei „I’m Welcome“ darf Willis wuchtige Drums beisteuern, die im Gegensatz zum eher experimentellen Rest-Sound stehen. Mit „Alone Atlas“ klingt die Platte aus. Hier wird noch einmal alles vereint. Nach einem flächigen Beginn und den bekannten Willis‘ Drums, biegt der Song in Richtung Western Psych ab.

Fazit: Eine sehr ambitionierte und aufregende Platte.

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