Review: Kevin Morby – Oh My God

Das fünfte Soloalbum beschäftigt sich in epischer Breite mit Spiritualität und Religion.

Kevin Morby legt seinen Alben gerne ein Konzept zugrunde. Auf „City Music“ war es das Leben in der Großstadt, auf seinem neuesten Werk „Oh My God“ (Dead Oceans) ist es Spiritualität und Religion.

Dabei legt der Singer/Songwriter aus Kansas City Wert darauf, dass es sich hier nicht um ein religiöses Werk handle. Vielmehr geht es darum, wie Religion unser Leben bestimmt, auch wenn man selbst nicht gläubig ist.

Eine weitere Facette ist Reduktion. Die Klangfarben wurden eingeschränkt. Die meisten Songs haben zwei, drei Komponenten, die sie zaghaft einsetzen. Wuchtige Arrangements gibt es selten, auch wenn, dem Thema angemessen, immer wieder ein siebenköpfiger Chor auftritt. Er ist nur eine weitere Komponente, die wie ein Instrument eingesetzt wird.

Durch diese Reduktion verlieren sich die Songs etwas. Morby kann super singen, klar, doch nur Stimme plus Instrument ist manchmal etwas zu wenig. Die satteren Stücke werden so dankbar entgegen genommen. Liest sich härter, als es ist: „Oh My God“ ist ein fantastisches Album. Vielleicht nur eine Spur zu lang.

Der Titeltrack eröffnet das Doppelalbum mit Piano und Gesang. Der Chor schaltet sich ein, sanft ertönen Orgel und Saxofon. Das ist sehr reduziert und eindringlich. „No Halo“ eröffnet mit Handclaps, während auf „Nothing Sacred / All Things Wild“ die Congas eingesetzt werden.

„OMG Rock’n’Roll“ bietet den erhofften Rock, schwenkt dann aber zu Chor plus Piano um. Beschwingter wird es erst mit „Hail Mary“, einem großartigen Song. Ebenfalls fantastisch ist das folgende „Piss River“ zu dem Mary Lattimore ihre Harfe spielt.

Sehr schön ist „Congratulations“ geworden. Eine Collage an Bußgebeten markiert den Beginn, dann geht es darum, dass wir doch alle tolle Menschen sind und unsere kleinen Fehler egal sein müssen. Das Lächeln haben wir auch bei „Sing a Glad Song“ auf den Lippen.

Fazit: Mut machendes, herzerwärmendes Album.

8.6

8.6/10
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