Review: Kevin Morby – City Music

Nach einem Ausflug in die Natur begibt sich Morby nun in die Stadt. Es geht um Einsamkeit, Aufregung und Geborgenheit.

City Music“ (Dead Oceans) ist das vierte Solo-Album von Kevin Morby (ehemals Woods und The Babies). Zuletzt verarbeitete er auf „Singing Saw“ Natureindrücke, mit „City Music“ zieht es ihn nun wieder in die Stadt. Hauptsächlich stammen die verarbeiteten Eindrück aus L.A. und New York, doch natürlich lassen sich die Themen auf nahezu alle Großstädte der Welt projizieren.

Es geht um einsame Nächte, in denen man sich die Geborgenheit durch den Blick auf die Lichter der Stadt holt. Momente werden geschildert, in denen man vor die Tür geht und Aufregendes erlebt. Das Mystische der Stadt wird beschrieben, aber auch relativiert.

Musikalisch gibt es mal zarten, dann wieder flotten Psych-Folk. Meg Baird hat ein Feature, seine Babies-Wegbegleiter Megan Duffy und Justin Sullivan sind wieder mit dabei. Neben den Folk-Anleihen gibt es zwei deutliche Punk-Verweise auf der Platte.

Mit „Come To Me Now“ beginnt die Platte. Auf breiter Leinwand wird die Sicht einer älteren Dame namens Mabel gezeichnet, die unentspannt und einsam in einem Appartement in Manhattan sitzt. Mabel begleitet den Hörer durch das Album und ist für die melancholischen Phasen zuständig.

In „Tin Can“ sitzt sie wieder zu Hause, in „Night Time“ ist sie dann schon ein wenig betrunken. Neben gefühlvollen, traurigen Nummern stehen die flotten „Crybaby“ und „Pearly Gates“. Richtung Punk öffnet sich Morby mit der Ramones-Hommage „1234“ und dem Germs-Cover „Caught In My Eye“. Zu Höchstform läuft er im Titelstück und „Aboard My Train“ auf.

 

Fazit: Facettenreich, melancholisch, hoffnungsvoll – Morby schickt den Hörer durch alle Stimmungslagen und ist dabei ein guter Freund. Ein ganz großer Wurf und das beste Album von ihm bisher.

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