Review: Kaviar Special – Vortex

Fuzz-Psych-Inferno aus Frankreich: Kaviar Special haben ein unfassbar gutes Album aufgenommen.

Frankreich wird immer mehr zum Garage-Rock-Mittelpunkt von Europa. Vergangenes Jahr hatten wir etwa die großartigen Veröffentlichungen von Dusty Mush und SLIFT. 2018 beginnt nun wieder mit einem Meisterwerk.

Es handelt sich hierbei um die neue Platte von Kaviar Special mit Namen „Vortex“ (Howlin‘ Banana/Beast Records). Nach dem okayen Debüt und einer starken zweiten Platte nehmen die Franzosen auf dem aktuellen Werk alles auseinander. Sie brennen – durchgehend.

Der Sound ist sehr nahe bei Ty Segall angesiedelt und berücksichtigt auch das Chamäleonhafte des Kaliforniers. So haben wir sonnige Garage-Punk-Tracks, wilde Feedbackorgien und psychige Jams. Beeindruckend ist die Varianz innerhalb der Songs. Da startet etwa der Eröffnungstrack „Run Away“ mit fettem Fuzz, liefert dann sonnigen Punk und führt dann spacige Elemente ein.

Hinter jeder Ecke lauert ein Break, ein anderes Riff, eine Tempoverschärfung oder -drosselung. Das macht die Platte so gut und so spannend.

„How Come“ gibt sich nach dem sonnigeren „Run Away“ behäbig, mystisch und beinahe doomig. Mit „Bursting At The Seams“ folgt dann ein treibender Psych-Track. Das groovende „Dead End“ bricht dann abrupt in einen wilden Jam um. Dieses Stilmittel setzt Kaviar Special sehr gerne ein, wie etwa auch auf dem zunächst schunkelnden „Back To School“.

In der zweiten Hälfte der Platte erhalten wir knackige Garage-Punk-Tracks („Bedroom“, „Busted“) und Fuzz-Epen („The Draugr“). Langsam trudelt „Vortex“ aus. Mit dem verträumten „Roadhouse“ und dem hymnischen „Scattered All Around“ erhalten wir die benötigte Durchschnaufpause.

9

Fazit

9.0/10