Review: Joseph Childress – dto.

Joseph Childress gibt auf seinem neuen Album den verlorenen Troubadour. Das Experiment geht voll auf.

Tagsüber Farmarbeit, abends einsame Sessions an der Gitarre. So mag man sich die Herangehensweise von Joseph Childress vorstellen. Nach seinem komplett in Eigenregie entstandenen Debüt veröffentlicht der Songwriter aus Los Angeles sein neues, selbstbetiteltes Werk via Empty Cellar Records.

Moment, Los Angeles und Empty Cellar Records? Ist das nicht eher Psych und Punk statt Lagerfeuerromantik. Eigentlich schon, Childress verarbeitet aber auf seiner Platte seine Reisen durchs Land, die ihn ein Landstreicherleben zwischen Ranch in Wyoming und Leben im Auto erfahren haben lassen.

Fürs Mastering holte sich Childress den Gott an den Reglern mit Namen Weasel Walter, eigentlich im Free Jazz beheimatet. Er verpasst der Platte einen satten und direkten Sound. Die halbe Zeit hat man Childress direkt im Ohr, vor allem dann, wenn nur er und seine Akustikgitarre erzählen. In „Whispering Tide“ etwa oder auf der Schlussnummer „Rebirths“ hat man das Gefühl, man würde mit Childress in einem Raum sitzen.

Tatsächlich wird ein sehr plastisches Bild vom Wilden Westen gezeichnet. Wie etwa auf „My Land“, das sich immer weiter steigert. Oder auf „Virginia Bound“, dem Hit der Platte. Es ist alles drin, was man so braucht und Townes Van Zandt cool nicken lassen würde: Melancholie, Lagerfeuer, gebrochene Herzen.

 

Fazit: Eine herausragende Platte. Childress hat eine tolle Stimme und einen Sinn für Arrangement.

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