Review: John Renbourn – Live in Kyoto 1978

Eine 40 Jahre alte Live-Aufnahme des englischen Folk-Sängers wurde wiederentdeckt. Sie zeigt: Das war ein magischer Abend.

John Renbourn war Zeit seines Lebens ein umtriebiger Musiker. Über 50 Jahre lang zog es ihn mitsamt seiner Gitarre über die Bühnen der Welt. So machte er 1978 auch Halt in Kyoto. Aus dem Nachlass von Satoro Fujii, der den Abend damals mitschnitt, wurde unlängst eine Aufnahme dieses Konzerts bekannt. Diese wurde nun von Drag City aufbereitet und als „Live In Kyoto 1978“ veröffentlicht.

Zusammen mit Bert Jansch gründete Renbourn in den 1960ern Pentangle. Damit hatte er ziemlichen Erfolg, doch seine Liebe galt immer dem traditionellen Folk. Er veröffentlichte unzählige Soloalben, bearbeitet alte Songs, trat als Barde vor das Publikum.

So weiß er zu beinahe jedem Song auf „Live In Kyoto 1978“ eine kleine Hintergrundgeschichte zu erzählen. Das Publikum soll den Kontext verstehen, nicht nur zuhören sondern einordnen.

Die Aufnahmen sind erstaunlich gut und vermitteln, wie magisch dieser Abend wohl gewesen sein muss. Renbourn und seine unglaublichen Fähigkeiten an der Gitarre, das reicht völlig. Er spielt Eigenkompositionen, Traditionals und interpretiert Songs anderer Künstler.

Auf „Anji“ von Davey Graham führt er sein unglaubliches Spiel vor. „I Know My Babe“ ist einfach nur wunderschön. Er kann auch den Blues, stellt dies mit „Kokomo Blues“ von Mississippi Fred McDowell und „Transfusion“ von Charles Lloyd unter Beweis.

Das mystisch flirrende „The Cuckoo“, das kumpelhafte „John Barleycorn“, der Fiddle-Song „Peacock Rag“ – alles fantastisch.

Fazit: Herzerwärmend.

8.2

Fazit

8.2/10