Review: JJUUJJUU – Zionic Mud

Die Debüt-LP des Desert Daze-Gründers gerät spannender als gedacht.

Phil Pirrone ist einer der wichtigsten Persönlichkeiten in der kalifornischen Psych-Szene. Er veranstaltet Parties, bucht Bands und ist Gründer des Desert Daze-Festivals, einem der wohl wichtigsten Happenings weltweit für psychedelische Musik.

Neben seinen organisatorischen Tätigkeiten macht Pirrone unter dem Pseudonym JJUUJJUU auch Musik. Nach einer Debüt-EP 2013 liegt nun endlich der erste Longplayer vor. „Zionic Mud“ erscheint via Dine Alone Records. Für den Release hat Pirrone mit Vinyl Williams, Jeffertitti und Mason Rothschild von Fever the Ghost zusammengearbeitet.

Seine guten Connections erlauben es, Remixe von Liars, METZ und Warpaint zu erhalten. Diese erscheinen begleitend zur Platte.

Musikalisch ist JJUUJJUU, klarerweise, sehr psychedelisch und verschroben. Doch es gibt nicht nur Flächiges, auch Post Punk und Noise Rock kommen vor. Die meditativen Sounds existieren, dominieren aber nicht. So ist eine sehr abwechslungsreiche, fließende Platte herausgekommen.

„Camo“ setzt noch auf treibenden, repetitiven Psych mit viel Reverb. Schon auf dem Titeltrack regiert aber das Chaos. Nach dem vom fetten Basslauf bestimmten Beginn schalten sich immer mehr Feedback-Schleifen herein, bis am Ende nur noch ein Trümmerhaufen übrig bleibt.

Auch „Bleck“ ist zunächst eher noisy, nach dem ruhigem Mittelteil schwingt der Track aber entspannt aus. „Fast“ ist dann sehr nahe am Post Punk, wenn auch die Grundsubstanz von psychedelischer Natur ist. „Rubber Dust“ ist dann einer dieser meditativen Tracks. Mit „Italian Toothpaste“ wird es noch einmal hektisch, dann entlässt uns „Cold Light“ mit einem entspannten Groove.

Fazit: Mehr als nur Geschwurbel, richtig ausgefeilte und spannende Platte.

7.8

Fazit

7.8/10