Review: JEFF The Brotherhood – Magick Songs

Ausbruch aus der Radio-Rock-Schublade: Die Gebrüder Orrall wagen einen Neustart.

Bei Warner sind JEFF The Brotherhood nie so recht glücklich geworden. Mit „Wasted On The Dream“  kam 2015 das letzte Album für das Riesenlabel heraus, doch noch drei Jahre später spuken die Geister. Diese wollten sie mit dem neuen Werk austreiben. „Magick Songs“ (Dine Alone Records) ist tatsächlich ein Neuanfang.

2016 erschien mit „Zone“ zuletzt eine klassische JEFF The Brotherhood-Platte, damals schon via Dine Alone Records. Es war der bekannt wuchtige Garage Classic Rock. Doch scheinbar brodelte es in den Gebrüdern Orrall. Sie richteten sich in Nashville ein Heimstudio ein und begaben sich an die Arbeiten für einen Nachfolger.

Als Gäste waren Jenna Moynihan (Daddy Issues) und Reece Lazarus (Bully) mit dabei. Geschrieben wurde zusammen mit Kunal Prakash (u.a. Viva L’American Death Ray Music) und Jack Lawrence (The Raconteurs, The Dead Weather). Letztere wurden feste Bandmitglieder.

JEFF The Brotherhood ließen sich ungewöhnlich lange Zeit für die Platte. Dauerten die Aufnahmen früher im Schnitt drei Tage, so wurden dieses Mal fünf Monate veranschlagt. Das Augenmerk wurde auf Details gelegt. So klingt die Platte unheimlich ausgefeilt. Bei jedem Hören erschließen sich neue Klänge und Ideen.

Als Inspirationsquellen dienten die Fountain-Trilogie von Isaac Asimov, SciFi-Animes und Filme von Studio Ghibli. Spacige und dennoch warme Sounds sind entstanden. Die Gitarre rückt in den Hintergrund, Synthies und abgefahrene Geräusche dominieren. Dazu gibt es immer wieder fernöstliche Klänge.

Auch ungewöhnlich sind die zahlreichen Instrumental-Stücke. „Singing Garden“ ist meditativ, „Locator“ sehr stimmungsvoll“. „Wasted Lands“ bietet knarzende Ambient-Sounds.

„Camel Swallowed Whole“ ist sanft und eingängig, das schiefe Gitarrensolo am Ende wirkt entrückt. „Parachute“ ist sehr gediegen und arbeitet mit stolpernden Drums. Eine sehr geheimnisvolle Stimmung kommt mit „Celebration“ auf.

Gegen Ende wird es doch noch etwas rockiger. „The Mother“ ist schleppender Fuzz-Rock, ebenso das epische „Magick Man“. „Farewell To The Sun“ startet wuchtig und fließt nach einem Break langsam dem Plattenende entgegen.

Fazit: Fantastisch ausgearbeitet. Das 13. Album ist das beste von JEFF The Brotherhood.

8.7

Fazit

8.7/10