Review: Hot Snakes – Jericho Sirens

14 Jahre nach ihrem letzten Longplayer meldet sich die Post-Hardcore-Band mit einer frischen Platte zurück. Sie klingt dann auch wirklich frisch.

Schnell war der Stern verglüht, dennoch lebte die Legende weiter: Hot Snakes existierten nur rund sechs Jahre und veröffentlichten in dieser Zeit immerhin drei Alben. Dass 2011 alle aus dem Häuschen waren, als die Kalifornier zurückkehrten, spricht für die Qualität der Werke.

Eigentlich gründete John Reis die Hot Snakes als Nebenprojekt zwischen zwei Rocket From The Crypt-Alben. Er holte Rick Froberg, mit dem er schon Drive Like Jehu betrieben hatte, als Sänger dazu und schnell wurde das 2000er-Debüt „Automatic Midnight“ eingeprügelt.

Der Sound bewegte sich zwischen Garage Punk und Post Hardcore. Noise-Spitzen garnierten den ungemein zwingenden Sound. 2005 war dann wieder Schluss, die Mitglieder gingen ihrer Wege. 2011 erfolgte die Live-Reunion, nun ist mit „Jericho Sirens“ ein neues Album da. Es ist das Debüt für das legendäre Sub Pop-Label. Die Institution aus Seattle veröffentlicht im Rahmen des Releases auch gleich alle anderen Hot Snakes-Alben als Reissues.

Wer skeptisch gegenüber alten Helden mit neuen Platten steht, der kann diese Zweifel schnell ablegen. „Jericho Sirens“ klingt frisch und packend. Das Zusammenspiel ist hervorragend, die Live-Auftritte zuletzt dürften sich hier positiv ausgewirkt haben.

Zwischen dem krachenden Garage Punk-Auftakt „I Need A Doctor“ und dem treibenden Post Hardcore auf der Schlussnummer „Death of a Sportsman“ gibt es keine Ausfälle, nur pure Energie. Die Hot Snakes verlangen viel, werden unangenehm, geben aber auch viel zurück.

Wird es dieses Jahr etwa einen größeren Hit als „Six Wave Hold Down“ geben? Werden wir etwas anderes als den Refrain im Titeltrack in der morgendlichen Dusche singen? Bei all dem Chaos und Noise gibt es poppige Momente, die selten so euphorisch machten, wie hier.

Fazit: Ein absolut gelungenes Comeback. Großartige Platte.

9.1

Fazit

9.1/10
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