Review: Hey Colossus – The Guillotine

Hey Colossus entwerfen auf ihrem 11. Studio-Album wieder monumentalen Gitarren-Rock, dieses Mal ausgefeilter und melodischer denn je.

Wer wissen will, wie variantenreich Hey Colossus sind, der muss nur mal einen Blick auf ihre Early-Years-Compilation „Dedicated To Uri Klangers (2003 – 2013)“ werfen. Hardcore, Noise, Drone, Psych – alles mit dabei. Seit dem Wechsel zu Rocket Recordings mit den Alben „In Black and Gold“ und „Radio Static High“ ist ihr Sound differenzierter und einheitlicher geworden. Mit ihrem mittlerweile 11. Studio-Album „Hey Guillotine“ (wieder via Rocket Recordings) haben sie eine weitere Veränderung vollzogen und erstmals eine Platte wie aus einem Guß abgeliefert.

Der Sound ist klarer definiert und alle Songs passen perfekt zusammen. Das wirkt alles nicht mehr so zusammengewürfelt, wie noch auf früheren Werken. Wieder wird auf ein mächtiges Drei-Gitarren-Lineup gesetzt, doch dies ist nicht nur dazu da, Wände aufzustellen. Nuancierter und melodischer soll es klingen.

Inhaltlich geht die Platte Hand in Hand mit dem jüngsten Werk der Labelkollegen Gnod mit dem Titel „Just Say No To The Psycho Right-Wing Capitalist Fascist Industrial Death Machine„. Nein zur rechten Populistenwelle! Die Unsicherheit der Menschen darf nicht ausgenutzt werden. Dazu haben Hey Colossus die Texte geschärft und die Stimme von Paul Sykes in den Vordergrund gerückt sowie von allen Effekten befreit.

„Honest to God“ führt den Hörer sehr melodisch in die Platte ein. Die Stimmung ist bedrohlich, der Gesang flüstert beinahe. Dann kommen wuchtige Parts. „Back in the Room“ ist ein mächtiges Gitarrenstück, das gegen Ende sehr psychig abdriftet. Die neue Zartheit und das Bewusstsein für zurückhaltende Melodien wird durch „Calenture Boy“ und „Potions“ gezeigt. Fast schon mainstreaming, was die Londoner da anbieten.

„Englishman“ zeigt sich groovend und straight, bietet textlich die stärkste Aussage an. Es geht um Fremdenfeindlichkeit, die sich nicht von den Hexenprozessen unterscheidet. Den Schluss bildet das epische „The Guillotine“, ein wild zerfaserndes, treibendes Stück.

Fazit: In Sachen politisch getränktem und wuchtigem Gitarrensound wohl mit das Beste, was in letzter Zeit erschienen ist. Ernsthafter, teils sogar feinfühliger Rock.

It's only fair to share...Share on Facebook
Facebook
Tweet about this on Twitter
Twitter
Pin on Pinterest
Pinterest
Email this to someone
email
Share on Tumblr
Tumblr