Review: Hey Colossus – Four Bibles

Hey Colossus hassen uns jetzt nicht mehr. Sie öffnen sich etwas, Liebe ist das aber dennoch nicht.

Mit „Hey Colossus Hates You“ erschufen Hey Colossus 2004 ein Wesen, das permanent seine Form verändern kann. Immer, wenn es einem begegnet, sieht es leicht anders aus, bleibt aber stets auf Distanz, versteckt sich hinter mächtigen Gitarrenwänden.

Mit dem neuen Werk „Four Bibles“, dem Debüt auf ALTER nach drei Alben für Rocket Recordings, scheinen die Engländer mehr auf einen zugehen zu wollen. Man hat das Gefühl, dass sie sich öffnen. Der Gesang ist clean, die luftigen, straighten Tracks dominieren.

Jedes neue Hey Colossus-Album bringt Line Up-Wechsel mit sich und dies wirkt sich auf die Musik aus. Hier hören wir etwa Daniel O’Sullivan (This is not This Heat) an diversen Instrumenten, unter anderem an der Violine, die dem sehr eingängigen Song „It’s A Low“ viel Gefühl verleiht.

Wir starten noch bekannt wuchtig mit „Memory Gore“. Das ist alles genau auf den Punkt und einfach fantastisch. Mit „Confession Baby“ geht es in die Indie Rock-Richtung. Hätte jemals jemand Hey Colossus für radiotauglich gehalten? „Carcass“ würde sich dafür ebenfalls anbieten.

Schön ist es aber doch, wenn das Feedback zurückkehrt, wie etwa auf der tollen Instrumental-Nummer „(Decompression)“. Auf dem abschließenden Titeltrack erhalten wir sogar minutenlange Schleifen.

„The Golden Bough“ ist elf Minuten lang, schleppend, verloren, bleibt aber immer zugänglich und bricht nie aus. „Palm Hex / Arndale Chins“ ist ein knackiger Kracher. Und auch bei „Babes Of The Plague“ werden wir mit dickem Rock konfrontiert.

Wer mehr Hintergründe möchte: Bassist Joe Thompson hat im Rahmen der „Sleevenotes„-Reihe von Pomona Publishing über den Entstehungsprozess geschrieben.

Fazit: Die Feile hat ordentlich poliert, steckt aber immer noch zur Hälfte in der Bauchdecke.

9.2

9.2/10
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