Review: Harlan T. Bobo – A History of Violence

Harlan T. Bobo liefert ein sehr persönliches Soloalbum ab. Im Mittelpunkt stehen sein Sohn und die gescheiterte Ehe.

Ein Urgestein aus Memphis in der französischen Provinz: 2014 zog es Harlan T. Bobo zu seiner damaligen Frau in ihrer Heimstadt Perpignan in Südfrankreich. Dort richtete sich der Songwriter eine Basis ein, um an seinem Nachfolgealbum zum 2010er „Sucker“ zu arbeiten.

Ein Sohn wurde geboren, die Ehe geriet ins Wanken. Harlan T. Bobo verwarf erste Ideen und kümmerte sich ganz um sein Familienleben. Doch die Ehe scheiterte und das Unglück nahm seinen Lauf. Das Ergebnis dieser stürmischen Zeit liegt nun als „A History Of Violence“ (Goner/Beast) vor.

Harlan T. Bobo verarbeitet auf dieser Platte die letzten Jahre des Trubels. Aufgenommen wurde trotz allem in Memphis, zusammen mit Doug Easley. Zuhause fühlt es sich offenbar besser an. So gelingt es Harlan T. Bobo auf dem Werk eine sehr eindringliche Atmosphäre zwischen Melancholie, Hoffnung und purem Hass zu schaffen.

Steve Selvidge (The Hold Steady), Jeff „Bunny“ Dutton (Action Family), Jeff Bouck (Polyphonic Spree) und Brendan Spangler (Viva l’American Death Ray) begleiteten ihn auf seiner Reise. Mit „Human“ beginnt diese sehr persönlich. Die rauchige Stimme liegt direkt am Ohr. Nach und nach wird der Sound dichter und der Track entwickelt sich zu einem satten Rock-Song.

„Spiders“ ist antreibend und punkig, „Nadine“ stellenweise hymnisch. Nachdenklicher und bedrückend wird es dann mit „Sirens“ und „Ghost“. Dann ändert sich die Gefühlslage. „Storied“ ist aufgewühlt, „Town“ ein wütender Abgesang.

Voller Hass steckt „Paula“, welches in Richtung Noise Rock abdriftet. Zum Ende erhalten wir das einfühlsame „Wife“. Hier singt Harlan T. Bobo davon, wie schön es wäre, eine Frau an seiner Seite zu haben.

Fazit: Traurig, wütend, aber auch nach vorne blickend.

7.8

Fazit

7.8/10