Review: Fat White Family – Serfs Up!

Die Briten erheben sich aus den Trümmern und haben ein funkelndes Juwel dabei.

Die Tour zum 2016er „Songs For Our Mothers“ endete für die Fat White Family mit einem rauschenden Konzertabend und einem totalen Zusammenbruch. Saul Adamczewski flog aus der Band. Damit war die Fat White Family um einen kreativen Kopf beraubt.

Nach überwundenen Drogenproblemen kehrte Adamczewski jedoch gestärkt zurück und veröffentlichte 2018 ein fantastisches Album als Insecure Men, bei dem es zu einer Mini-Reunion kam. Dennoch entschied die Fat White Family ohne ihn in die Aufnahmen zum dritten Album zu gehen.

Man begab sich nach Sheffield, in die Abgeschiedenheit. Die Gebrüder Lias und Nathan Saoudi schrieben Songs. Doch so wirklich wollte der Funken nicht überspringen. Erst als Adamczewski im Finish vorbeischaute, erfolgte der entscheidende Stoß in die richtige Richtung.

Was nun als „Serf’s Up“ (Domino) vorliegt, ist ein Meisterwerk. Es ist ein sehr rundes, stimmungsvolles und packendes Album geworden. Wir tanzen den Boogie mit Gestalten aus der Unterwelt, kämpfen uns in Shorts mit einem Gin Tonic durch die Wüste und zerlegen euphorisiert die Inneneinrichtung.

„Feet“ eröffnet die Platte mit einem unverschämten Disco-Hit. „Vagina Dentata“ schleicht schmalzig dahin, unterstützt von sanften Saxofon-Klängen. „Kim’s Sunsets“, ein unfassbarer Grower, beschreibt einen Alptraum unter Palmen.

Großartig ist „Fringe Runner“, das peitschende Drums und einen düsteren Basslauf ansetzt, dann in schmierige Sexiness verfällt. Ebenso anbiedernd ist das tänzelnde „Oh Sebastian“.

Mit Baxter Dury hat man auf „Tastes Good With The Money“ einen elegant hymnischen Rock-Song geschaffen. Verlorene Western-Atmosphäre kommt auf „When I Leave“ auf. Abschließend verstört uns „Bobby’s Boyfriend“.

Fazit: Schmutzig, verrucht, unerreicht.

9.4

9.4/10
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