Review: Euternase – L’Amour

Frischer Noise Rock aus Deutschland: Euternase legen ein unbarmherziges Debüt vor.

Man wird nicht müde zu betonen, dass Euternase für ihr Debütalbum „L’Amour“ (This Charming Man Records) gerade einmal 18 Stunden benötigt haben. Dabei ist das doch die Essenz von Noise Rock, den Moment einzufangen und sich nicht lange um die richtige Soundmischung zu kümmern.

Euternase stammen laut ihrer Facebook-Page aus „Egal“ und präsentieren acht Songs mit einer Laufzeit zwischen zwei und achteinhalb Minuten. Sie vermögen es, Songs auf den Punkt zu bringen und ebenso diese unendlich zu dehnen.

Laut Pressetext steht der Sound in der AmRep-Tradition, man könnte aber auch Dischord und Touch and Go ins Feld führen. Big Black, Girls Against Boys, Black Eyes oder, wenn man in die jüngere Musikgeschichte blicken möchte, Mclusky, sind die Einflüsse, die man heraushören kann.

Insgesamt ist das wütender, schabender und unbequemer Noise Rock. Der Gesang ist eindringlich, die Texte Slogans. Ja, Die Nerven sind da natürlich auch zu nennen. Bloß weil es auch Deutsch gesungen ist? Womöglich.

„Guenstig“ und „Schlangenmuster“ machen uns mit Euternase bekannt. Ihr Noise Rock ist stets laut und schräg, dennoch auch irgendwie eingängig. „Ho-chi-minh-Gehirnwäsche“ ist dann ein knackiges Punk-Stück.

Mit „Verbraucht & kaputt“ knacken wir die Acht-Minuten-Marke. Der Song ist atmosphärisch dicht, repetitiv und sehr noisy. Wuchtig treibende Parts knacken die Struktur etwas auf. „Sittenstrolch“ frisst sich direkt ins Gehirn, „Der Zerfall“ erinnert deutlich an Mclusky, auch wenn es hier etwas langsamer vorangeht.

Nach dem kurzen Noise-Stück „Desorientiert“ endet die Platte mit dem wütend stampfenden „Lobotomie“, das gegen Ende zu einem wilden Gewitter wird.

Fazit: Brutal gut.

8.2

Fazit

8.2/10