Review: Escape-ism – The Lost Record

Synthie-Garage-Rock’n’Roll: Ian Svenonius hypnotisiert mit seiner neuen Platte. Und er kommt uns sehr nahe.

Ian Svenonius, legendärer Showman und Sänger von Bands wie Nation of Ulysses, The Make-Up und Chain and the Gang, nennt sein aktuelles Vehikel Escape-Ism. Mit „The Lost Record“ (Merge Records) erscheint nun der insgesamt zweite Longplayer. Er fügt seinem Schaffen damit eine neue Komponente hinzu.

Svenonius bietet mit seiner Band oft minimalistischen Synthie-Garage-Rock’n’Roll an. Der Drum-Computer feuert seine stoischen Beats ab, die Keyboards wabern und ab und an mischt sich eine schräge Gitarre ein. Dazu singt Svenonius mal hysterisch, dann wieder cool. Oft ist er auch beinahe unangenehm lasziv.

Seine Band besteht aus Brendan Spengler und Nicholas Ray von Viva L’American Death Ray Music. Zudem steuert Laena Geronimo (u.a. Feels) Vocals bei und Facundo Bermudez (u.a. C.R.A.S.H.) übernimmt Keyboard und Percussion.

Wie elegant Svenonius Hits produzieren kann, ist sagenhaft. „(I’m Gonna) Bite the Hand That Feeds“ ist reduzierter Garage Rock mit Lyrics eines wahren Meisters. „You Darken My Night“ hat einen wirklich tollen Groove und das energische „Rome Wasn’t Burnt in a Day“ ist Wahnsinn auf vielen Ebenen.

Oft sind die Arrangements reduziert, wie auf „I’m a Lover (at Close Range)“, das größtenteils nur aus Drum-Computer und Orgel besteht. „Bodysnatcher“ pulsiert vor sich hin. Auf „The Feeling’s Mutual“ ist dann doch noch Zeit für große Posen.

Fazit: Einmalig und ganz groß.

8.3

Fazit

8.3/10