Review: Electric Wizard – Wizard Bloody Wizard

Die legendäre Doom Metal-Band veröffentlicht ihr neuntes Album. Es ist solide geworden.

„Sabbath Bloody Sabbath“ setzte damals die soundtechnischen Veränderungen von Black Sabbath in Richtung eines ausgefeilteren Songwritings und einer reicheren Orchestrierung fort. Synthies kamen zum Einsatz, Streicher wurden eingebunden. Der düstere Doom wurde aufgebohrt.

Electric Wizard gehen mit ihrem neuen Werk „Wizard Bloody Wizard“ (Witchfinder Records/Spinefarm Records) nicht diesen Weg. 20 Jahre nach dem Genre definierendem „Come My Fanatics…“ bieten die Engländer weiterhin ihren dichten Doom Metal. Seit damals hat sich die Produktion geändert und der Gesang wurde etwas weiter nach vorne gesetzt. Zudem wurde „Wizard Bloody Wizard“ um jegliche Experimente bereinigt. Eigentlich hätte das Album bereits 2016 erscheinen sollen. Die zusätzliche Zeit hat man aber offensichtlich nicht ins Songwriting gesteckt.

So ist die Platte so konventionell wie nur möglich gehalten. Aber damit erhalten wir immer noch wahnsinnig guten Doom. Bass und Drums sind erneut umgebaut wurden. Clayton Burgess von den Satan’s Satyrs und Simon Poole besetzen nun diese Positionen.

„See You In Hell“ schleppt sich langsam und fies in die Platte hinein. „Necromania“ bietet eine sehr dichte Atmosphäre und ist etwas schneller. „Hear The Sirens Scream“ breitet sich zäh aus und leitet mit einer schönen Bridge zum Doom über.

Der kürzeste Track ist das experimentelle und okkulte „The Reaper“. „Wicked Caresses“ ist dann wieder gemein und schleppend. Mit dem epischen Jam-Stück „Mourning of The Magicians“ ist der Spaß dann auch schon wieder vorbei. Sechs Songs haben die Laufzeit von knapp unter einer Dreiviertelstunde.

Fazit: Ganz verschwindet der Eindruck nicht, dass sich Electric Wizard die Platte aus den Rippen haben schneiden müssen.