Review: Ed Askew – A Child In the Sun: Radio Sessions 1969-1970

Drag City befördert frühe Live-Aufnahmen des legendären Psych Folkers zu Tage.

In den letzten Jahren wurde Songschreiber und Maler Ed Askew wieder entdeckt. Dazu beigetragen hat unter anderem die Ausgrabung seines verschollenen Albums „Little Eyes“ im Jahre 2003. Das damals über 30 Jahre alte Werk läutete eine Renaissance für Askew ein, der seitdem wieder mehr Songs schreibt.

Zuletzt erschien etwa im Oktober das melancholische „Art and Life“. Via Drag City kommt nun ein Blick auf sein frühes Schaffen. „A Child In The Sun: Radio Sessions 1969 – 1970“ vereint Tapes aus vier Aufnahmen. Die Songs decken „Little Eyes“ und sein Debüt „Ask the Unicorn“ ab. Zudem gesellen sich unveröffentlichte Tracks dazu.

Wir erleben einen sehr intimen Askew, der nur mit Gitarre und Mundharmonika seinen Psych Folk präsentiert. Die knisternden, sehr direkten Aufnahmen berühren sofort. Gerne reichen die Songs an die sechs Minuten heran und erzählen ungehörte Geschichten.

Das Gitarrenspiel ist sehr ausgefeilt und prägt sich sofort ein. Das hektische „Fancy That“ führt in das Album. Es folgt das galoppierende „Red Woman“. Selten wird es ruhig, dann aber rutscht das Herz in die Hose, wie etwa bei „Peter and David“. Mitreißend ist der Mundharmonikaeinsatz auf „Accordian Man“. Verzweifelt wirkt das erzählerische „Marigolds“.

Fazit: Intime, wundervolle, berührende Aufnahmen.