Review: Dreamend – dto.

Ryan Graveface präsentiert sein letztes Album als Dreamend. Es ist vertrackt und wunderschön zugleich.

Ryan Graveface hat zwei Probleme. Sein Label Graveface Records frisst extrem viel Zeit und sein Gehör verabschiedet sich langsam. Er leidet unter einer Krankheit, die dafür sorgt, dass er mit der Zeit immer weniger Töne wahrnimmt.

Aus diesen Gründen gab er bekannt, dass das nun erschiene Dreamend-Album sein letztes sei. Schreckliche Nachrichten, aber das Ergebnis trocknet die Tränen.

Das selbstbetitelte Werk ist die erste Veröffentlichung seit sechs Jahren. Damals hatte Graveface mit
„And The Tears Washed Me, Wave After Cowardly Wave“ ein fantastisches Album zwischen Bluegrass, Post Rock und Shoegaze vorgelegt.

Das nun erschiene Album ist sehr schön geworden. Graveface setzt auf Loops, die mit laufender Songlaufzeit durch neue Loops ergänzt werden und so den Track verdichten. Die Nummern sind allesamt unvollständig, der Hörer soll selbst die Lücken füllen. So kann jeder sein eigenes Erlebnis kreieren.

Die Platte ist sehr shoegazig und elektronisch. Vergleiche mit Black Moth Super Rainbow bieten sich an, für die er auf deren „Eating Us“ ebenso tätig war. Als Gäste sind TW Walsh (Pedro The Lion), Alexandra Morte (Night School) und Phaedra sowie Elsa Green (Casket Girls) vertreten.

Das „Intro“ ist sehr flächig und baut langsam auf. Auf „Falling“ erhalten wir sehr dichten und variantenreichen Elektro Psych. „In Tune We Rest“ führt Morte als Sängerin ein. Der Track ist sehr reduziert, sanft und könnte David Lynch gefallen.

Morte verzaubert auch das folgende „A Year And A Day“. Das rein instrumentale „P.D.M.“ verdichtet die Stimmung wieder und hält sehr weirde Ideen bereit. Phaedra und Elsa Green kommen auf dem satten Shoegaze-Track „Inside the Head of a Monster“ zum Einsatz.

„Remember the First Time“ baut sich langsam zu einer schrägen Hymne auf. Der lockere Drum-Beat drückt das vertrackte „In My Heart“ in Richtung Disco. Das abschließende „To See This Moment“ startet sehr fluffig und wird dann immer wuchtiger.

Fazit: Schönes Abschiedsgeschenk.

 

8.1

Fazit

8.1/10