Review: Downtown Boys – Cost of Living

Die Downtowny Boys haben für ihr Sub-Pop-Debüt ihren Sound etwas geschliffen und rasiermesserscharf gemacht.

Unbedarftes Hören der neuen Platte der Downtown Boys lässt immer wieder einen Namen im Hinterkopf auftauchen. Doch irgendwie kommt man nicht drauf. Ein Blick auf die Credits von „Cost of Living“ entlässt dann ein „Ja, natürlich“. Post-Hardcore-Legende Guy Picciotto (u.a. Fugazi, Rites of Spring) hat das Sub-Pop-Debüt der Punks aus Providence produziert.

Ob es sein Verdienst war oder nicht: Der Sound der Downtown Boys hat sich stärker in Richtung Post Hardcore entwickelt, ist nuancierter und damit auch etwas schärfer geworden. Die bisher sehr prägende Bläsersektion wurde in den Hintergrund versetzt. Hatte sie früher noch manchen Song bestimmt, so steuert sie lediglich noch Nuancen bei. Das tut dem Sound gut.

Der großartige Gesang von Victoria Ruiz ist dominanter und kratzender. Wenn sie einem in „I’m Enough (I Want More)“ die Zeilen „As if it were a choice / As if there were a place to run / As if they heard your voice / As if there were a proper time“ entgegenspuckt, fühlt man den Riot aufsteigen.

Textlich ist das alles wieder sehr politisch und gesellschaftskritisch. „A Wall“ lässt schon im Titel vermuten, um was es hier gehen soll. Dazu werden The Clash zitiert. „Somos Chulas (No Somos Pendejas)“ ist auf Spanisch gesungen und ein klassischer Punk-Track.

Die Reduktion der Bläser um zarte Saxophon-Einsätze wird auf „Promissory Notes“ deutlich. Das ergänzende Keyboard wirkt bedrohlich, auf „Because You“ beinahe apokalyptisch. Mit „Lips That Bite“ hat man gar einen echten Hit für die Indie-Disco auf der Platte.

Fazit: Geschliffen, nicht aber stumpf. Die Downtown Boys machen mit ihrem neuen Album einen großen Schritt in Richtung zukünftigem Legendenstatus.