Review: Dilly Dally – Heaven

Die zweite Platte der Grunge-Rock’n’Roller ist so etwas wie ein Comeback-Album.

Vor rund drei Jahren eroberten Dilly Dally mit ihrem Debütalbum „Sore“ die Welt. Es folgten Tourneen, die kräfteraubend waren. Laut Aussage der Band aus Toronto standen sie kurz vor dem Ende. Dennoch haben sie sich zusammengerauft und mit „Heaven“ (Partisan) nun eine neue Platte vorgelegt.

Songwriterin Katie Monks startete die Arbeiten an den Songs im Alleingang. Zu Hause, in aller Ruhe. So sind die Tracks sehr persönlich gehalten. Sie zeigen Kämpfe mit inneren Dämonen, schwanken zwischen Verzweiflung und Hoffnung. In „Marijuana“ singt sie, dass die Droge sie im Gleichgewicht hält.

War das Debüt energetischer Grunge’n’Roll, ist „Heaven“ nun zurückhaltender, wenn auch nicht weniger heftig. Das Tempo wurde zurückgeschraubt, die Band arbeitet viel mit Laut-/Leisewechseln. „I Feel Free“ eröffnet die Platte verträumt. Erst spät wird es räudig.

„Doom“ ist sehr dicht und episch. „Believe“ schleppt sich dahin, wird gegen Ende rasanter. Die Stimmung ist stets packend, es ist kein Album zum einfachen Weghören.

„Sober Motel“ ist mitreißend und hart. Dankbar ist man dann für die poppigen Momente auf „Sorry Ur Mad“. „Pretty Cold“ slackert zunächst dahin, dann wird Tempo rausgenommen und die großen Gesten kommen zum Vorschein.

Episch ist „Bad Biology“. Der Titeltrack beendet die Platte mit einem Wechselbad der Gefühle. Die Erlösung hat aber die Oberhand.

Fazit: Sehr intensives Erlebnis.

8

Fazit

8.0/10