Review: Dick Stusso – In Heaven

Für seine zweite Platte hat Dick Stusso sein Loser-Image abgestreift und große Songs geschrieben. Etwas Quatsch gibt es natürlich trotzdem.

Auf seinem Debüt „Nashville Dreams / Sings The Blues“ gab Dick Stusso den trunkenen Barden, der durch die Gegend slackert und das mit eiernden Psych-Folk-Songs begleitete. Die Aufnahmen waren verrauscht, eh alles scheißegal.

Nun kehrt der Mann aus Oakland mit einer neuen Platte zurück. „In Heaven“ (Hardly Art) hätte dabei eher fertig sein können. Bei einem Einbruch wurden Aufnahmen entwendet, Stusso musste zurück an den Anfang.

Vermutlich hatten die Songs so mehr Zeit zu reifen, denn diese sind ganz groß geworden. Weiterhin im Psych Folk verankert, lässt er gekonnt Country und Glam-Gitarren einfließen. Das Songwriting bewegt sich zwischen großen Gesten und Quatsch.

In „The Bullshit Century Pt. 1“ schwingt er sich zu einer Parodie auf Roy Orbison auf, ohne ins Peinliche abzugleiten. Gut ist er, wenn er den Showman spielt, noch besser als der Mann mit der Gitarre.

„Up The Stream“, „Phasing Out“ und „Terror Management“ sind hervorragend, den Titeltrack zum Ausklang möchte man sich einrahmen. Die wilden Momente gelingen ebenfalls immer. Auf „Modern Music“ gibt es mehrere Stilwechsel, von Psych Folk zu Country, dann wieder Garage Pop.

Schräg: Der Honky Tonk auf „Addendum“ und der Irrsinn auf „The Big Car Commercial Payout“.

Fazit: Rundes, wunderbares und albernes Album.

 

8.6

Fazit

8.6/10