Review: Desert Sessions – Vol. 11 & 12

Erstmals seit 16 Jahren versammelt Josh Homme wieder befreundete Musiker auf der Rancho De La Luna.

Gestartet wurde das Desert Sessions-Projekt 1997. Josh Homme und Musiker aus dem Palm Desert Stoner-Umfeld belegten die Rancho De La Luna in Joshua Tree um zu experimentieren. In rascher Abfolge erschienen Aufnahmen. Dabei wechselte das Personal, wurde 2003 dann auf „Vol. 9 & 10“ mit vornehmend Nicht-Wüstenrockern besetzt.

PJ Harvey, Josh Freese, Dean Ween und Twiggy Ramirez hießen die Beteiligten, nicht mehr Mario Lalli, John McBain, Brant Bjork oder Alfredo Hernandez.

Mit der neuen Ausgabe setzt sich dieser Trend fort. „Volume 11: Arrivederci Despair“ und „Volume 12: Tightwads & Nitwits & Critics & Heels“ wurden eingespielt von Homme, Jake Shears (Scissor Sisters), Mike Kerr (Royal Blood), Matt Sweeney, Les Claypool (Primus), Carla Azar (Autolux), Stella Mozgawa (Warpaint), Billy Gibbons (ZZ Top) und Matt Berry. Zudem ist Dave Catching dabei, die einzige Konstante seit Beginn und auch die einzige Verbindung zum Stoner Rock.

Gehen wir nochmal zurück: Die Desert Sessions enthielten stark improvisierte Songs, die in wenigen Tagen, oft nur Minuten entstanden. Der Output war meistens okay, manchmal hervorragend. Gerade die ersten vier Ausgaben enthielten wundervolle Desert Rock-Sounds, die ziellos, aber nicht planlos dahintrieben.

Zudem waren die Desert Sessions auch immer Inspirationsquelle für Queens of the Stone Age-Songs. „Monster in the Parasol“, „You Think I Ain’t Worth a Dollar, But I Feel Like a Millionaire“ oder „I Wanna Make It With Chu“ wurden hier erdacht, später aufpoliert.

Nun zu „Vol. 11 & 12“. Homme führt die Queens of the Stone Age als sehr professionelles Rock-Unternehmen. Die Releases werden aufwendig inszeniert, mit illustren Gästen bestückt und vorzüglich gebrandet. Musikalisch springt da leider nicht mehr viel heraus.

Teilweise verharren die Desert Sessions auch bei dem brummenden Dance-Stoner der letzten QOTSA-Platte „Villains“. Sehr deutlich auf „Noses in Roses, Forever“ zu hören, dann auch teilweise auf „Move Together“. Hier singt Gibbons zunächst über einen einfachen Synthie-Beat. Daraus schält sich vertrackter Rock heraus, der gegen Ende tanzbar wird.

Es gibt aber auch wirklich schöne Stellen. Das zurückhaltende „If You Run“ wird wunderbar von Libby Grace gesungen. „Far East For The Trees“ ist ein luftiger Jam, der schön dahinschwebt. Auch „Something You Can’t See“ ist melodisch, zugänglich und angenehm.

Mit „Crucifire“ gibt es die obligatorische Punk-Nummer. Drumherum ist Quatsch, der teilweise mit sehr viel Kitsch ausgestattet ist.

Fazit: Die Verpackung ist größer als der Inhalt.

6.8

6.8/10
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