Review: Daughters – You Won’t Get What You Want

Nacht acht Jahren Pause und einem weiteren Stilwechsel ist die ehemalige Grindcore-Band nun beim noisy Industrial angelangt.

Bereits auf dem 2010er Longplayer hatten sich die Daughters vom einstigen Grindcore entfernt. Es war mächtiger Mathcore angesagt, der etwa in dem Song „The Dead Singer“ schon eher Wucht als Schnelligkeit einsetzte. Der einst hysterische Gesang von Alexis S.F. Marschall war einer eindringlichen Spoken-Word-Performance gewichen.

Auf dem neuesten Release, „You Won’t Get What You Want“ (Ipecac), vollzieht die Band einen weiteren Stilwechsel. In großen Teilen ist man nun beim schabenden, schleppenden Industrial mit Noise Rock-Einschlägen angekommen und schreckt auch nicht vor Gothic-Anleihen zurück.

Alptraumhaft ist etwa das eröffnende „City Song“, das zwar reduziert ist, aber auf eine sehr ungemütliche Atmosphäre setzt. Die Stimmung ist immer düster, Marschall ein gnadenloser Geschichtenerzähler, der die größten Abgründe offen legt.

Auf „Satan In The Wait“ mischt sich ein Gothic-Keyboard ein und rückt damit den Song ins Epische. Mit „The Flammable Man“ und „The Lords Song“ kehrt man kurz zu rasantem Geschredder zurück.

„Less Sex“ ist sehr eindringlich, aber auch beinahe poppig. „Ocean Song“ zieht den Hörer in einen unbarmherzigen Noise-Strudel. Mit „Guest House“ schließen die Daughters die Platte mit mächtigem Noise Rock ab.

Fazit: Intensiv, gnadenlos, fantastisch.

8.6

Fazit

8.6/10