Review: Cory Hanson – Pale Horse Rider

Zweite Soloplatte des Wand-Frontmans: Leichte Songs, die spröde genug sind, um sich für immer festzuhaken.

Erst die Reise nach innen, dann die Erkenntnisse nach außen tragen: Cory Hanson untersuchte sich und seine Gefühle für sein neuestes Soloalbum „Pale Horse Rider“ (Drag City). Dann ging es mit Band in die Wüste zu Gras, Kaffee, Bier und Jam-Sessions.

Hansons 2016er Solodebüt „The Unborn Capitalist From Limbo“ stellte schönen Psych Folk zur Schau, mit seiner Hauptband Wand erprobte er sich auf dem 2019er „Laughing Matter“ in ausladendem Popbegriffen, die Garagenwurzeln nicht verheimlichend. Was er auf „Pale Horse Rider“ macht? Sanft lässt er die Songs durchs offene Fenster hereinwehen. Sie setzen sich neben dich, hören dir zu, erzählen dir Geschichten, sind ein wenig high, aber immer noch im Zaum.

Der Kalifornier zeigte sich im Vorfeld der Platte mit absurder Gesichtsfarbe und merkwürdigen Promovideos. Das zu einer Platte mit so berührender Musik. Doch die Werbemaßnahmen deuten auf die kleinen Häkchen hin, die die Songs darin hindern, einfach so durchzuflutschen.

So wie etwa auf „Angeles“, das stimmungsvoll daherkommt, dann einen komplexen Zwischenteil anbietet. Oder das federleichte „Limited Hangout“, das spröde genug ist, um nicht zu versanden.

Hanson tritt weiter nach vorne, die Pedal Steel und Streicher als Luftpolster. Erst mit dem ausladenden „Another Story From the Center of the Earth“ wird die Gitarre lauter. Zuvor gleiten wir mit „Paper Fog“ dahin, der Titeltrack legt den Kopf auf unsere Schulter und mit „Bird of Paradise“ werden wir gar ein wenig rührselig. Schöner Abschluss: „Pigs“, das zunächst zurückhaltend ist, dann farbenprächtig ausbricht.

Fazit: Ein guter Trip.

 

Cory Hanson - Pale Horse Rider

8.9

8.9/10
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