Review: Cherry Glazerr – Apocalipstick

Cherry Glazerr haben eine beeindruckende Entwicklung durchgemacht. In die richtige Richtung?

Cherry Glazerr waren mit dem Debüt „Haxel Princess“ (Burger Records) schnell in aller Munde. Teenager aus L.A. spielen darauf LoFi-Slacker-Pop und Sängerin Clementine Creevy haucht darüber Textzeilen über „Grilled Cheese“ und dass alle ihre Freunde „nice and cool“ sind.

Drei Jahre später sehen wir eine komplett andere Band. Von der Urbesetzung ist lediglich Creevy übrig. Neues Personal am Bass, an den Drums und am Keyboard ist jetzt da und der Nachfolger zu „Haxel Princess“ jetzt auch. „Apocalipstick“ heißt das Album und hat bei Secretly Canadian auch ein größeres Heim gefunden. Wie klingen Cherry Glazerr 2017 nun?

Kurz: Druckvoller und Professioneller. Die Platte ist um Einiges dicker produziert als der Vorgänger. Während auf dem Debüt alle Aspekte ungemein zart waren, kommt jetzt der Vorschlaghammer zum Einsatz. Am Offensichtlisten wird dies, wenn man sich schnelle groovende Nummern wie „Trash People“ oder Riff-Monster wie  „Told You I’d Be With The Guys“ anhört. Nur selten scheinen die früheren Cherry Glazerr durch, wie etwa bei „Only Kid on the Block“.

Das Album orientiert sich mehr in Richtung breitenwirksamem Indie-Rock, ohne jedoch komplett auf die Wurzeln zu vergessen. Die harten Punk-Nummern „Humble Pro“ und „Sip O’Poison“ verschrecken noch immer, textlich ist Creevy weiterhin zwischen Quatsch und Feminismus zu verorten.

Und das Sludge-Biest „Apocalipstick“ am Ende des Albums ist einfach wahnsinnig gut.

Fazit: Großartige, wenn auch überproduziert wirkende Platte mit Hymnen, Schunklern und Punk. Hier kaufen -> https://cherryglazerr.bandcamp.com/