Review: Chelsea Wolfe – Birth of Violence

Die Dark-Folk-Musikerin kehrt zu ihren Anfängen zurück. Der Doom bleibt im Sarg.

Viel hat Chelsea Wolfe im Laufe ihrer Karriere ausprobiert. Zuletzt wurde es mit „Hiss Spun“ gar sehr wuchtig, die akustischen Folk-Anfänge waren schwer zu erahnen. Die Kalifornierin gab an, dass sich die „Hiss Spun“-Sessions mehr wie ein Band-Jam anfühlte. Ihre Songs waren ihr entglitten.

Mit „Birth of Violence“ (Sargent House) verpasste sich Chelsea Wolfe nun eine Reduktion. Aufgenommen wurde lediglich mit Ben Chisholm, als Gäste waren die langjährigen Wegbegleiter Jess Gowrie (Drums) und Ezra Buchla (Bratsche) mit dabei.

Entschlackung beim Personal, die sich auch auf den Sound niederschlägt. Die Platte ist düster, aber sehr einfach gehalten. Zumeist hören wir einen experimentellen Soundteppich, über den Chelsea Wolfe singt und eine Akustikgitarre spielt.

Der zuletzt verwendete Doom taucht nie auf, die E-Gitarre nur äußerst selten. Die Atmosphäre bleibt durchgehend erhalten, wird nicht durch Explosionen unterbrochen.

Chelsea Wolfe gab an, dass sich dieses Album wie ein Zuhause anfühlen würde. Dass sie sich damit freigespielt hätte, dem hektischen Rockstar-Leben einen Ruhepol entgegen halte.

So fühlt es sich an. Trotz der Düsternis ist das Werk eine Wohltat. Man fühlt sich der Kalifornierin ganz nah, empfindet mit ihr, hört einer guten Freundin zu, die über ihre Verbindung mit der Natur erzählt.

Auf dem Titeltrack ist die Gitarre ganz weit weg, Soundflächen pumpen, die Stimme ist direkt an der Ohrmuschel. Sehr eindringlich, sehr schön. Wie sich auch der Gesang von Chelsea Wolfe verbessert hat, fantastisch. Da kann sie sich ruhig darauf verlassen, es braucht keine schweren Gitarren, um Dramaturgie zu erzeugen.

Sehr toll ist das packende „The Mother Road“, wunderbar das sanfte „Be All Things“. Etwas antreibender und rockiger wird es mit „Deranged for Rock & Roll“. Schaurig schön ist „Highway“.

Fazit: Ein Befreiungsschlag und ein ganz großes Album.

8.9

8.9/10
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