Review: Chastity Belt – I Used To Spend So Much Time Alone

Chastity Belt verdichten auf dem dritten Album ihren lakonischen Post-Punk mit Pop-Appeal und liefern damit ein melancholisches Meisterwerk ab.

„Happy Happy Joy Joy“ war bei Chastity Belt ja noch nie angesagt. Doch haben sie ihre ernsten Themen gerne mit Absurdität vermischt und sei es auch nur in ihren Videos. Auf dem dritten Album „I Used To Spend So Much Time Alone“ (Hardly Art) ist die Suche nach der ironische Brechung beinahe aussichtslos. Melancholie und, wie im Albumtitel hervorgehoben, Einsamkeit sind die Themen. Das Erwachsenwerden als aussichtsloses Unterfangen?

Musikalisch haben wir es mit dem typischen Chastity-Belt-Sound zu tun, also Post-Punk oder Post-Grunge mit etwas Pop-Appeal und Surf. Lakonisch dargeboten und eindrucksvoll gesungen. Die Platte geht mehr in Richtung Murray-Street-Sonic-Youth mit leichten Anleihen an 80er-Wave.

Die Band erzeugt einen dichten Gitarrensound, der schon mit der Eröffnungsnummer „Different Now“ voll da ist. „Caught in a Lie“ fragt dann: „Is this what you want? Is this who you want me to be?“ Die Suche nach dem Platz im Universum, die Frage nach gesellschaftlichen Normen.

Man liegt wach in „This Time of the Night“, fragt sich dann in „5am“ mitten in der Nacht, was vom Tage übrig bleibt. „Used to Spend“ schlägt fast schon hymnische Wege ein, während „It’s Obvious“ sehr dicht und noisig ist.

Fazit: Chastity Belt haben ein sehr dichtes und ausgefeiltes Album vorgelegt. Beeindruckendes Können zeigen sie, wichtige Fragen stellen sie.

 

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