Review: BOYTOY – Night Leaf

Wer noch einen Ohrwurm braucht, auf der neuen Platte der New Yorker gibt es eine Menge davon.

Der New Yorker Sound. Vom drogengeschwängerten Drift-Rock von Velvet Underground über den unterkühlten Proto-Punk von Television hin zum coolen Garage Rock der Strokes. Dazwischen noch Elektroclash, 1-2-3-4 und Art Rock. Nichts, was nicht schon ausprobiert wurde. Doch entspannten Sixties Psych hört man aus dem Big Apple selten.

BOYTOY klingen kalifornisch, nach Surfen, den Joint im Mundwinkel, die Haare von der Sonne gebleicht. Auf ihrem zweiten Album „Night Leaf“ (Stolen Body Records / Papercup Music) versprühen sie von der ersten Sekunde an diese Leichtigkeit. Die Platte ist ein einziger durchgehender Flow, leicht und verspielt vorgetragen.

Hier und dort durchkreuzen fette Riffs die Entspanntheit, doch bald ist der Sturm vorübergezogen. Dies hier ist Sixties Psych, wie er besser nicht gespielt werden könnte. Dazu etwas Surf, minimal Grunge und etwas mehr Doo-Wop. Produziert hat Kyle Mullarky von The Abigails, der auch schon die Allah-Las in eine Rauchwolke getaucht hat. Hier hat er wieder vollzügliche Arbeit geleistet.

Die Gründungsmitglieder Saara Untracht-Oakner und Glenn Michael Van Dyke wurden auf diesem Release von Chase Noelle (ehemals Thelma and The Sleaze) und Lena Simon (La Luz) begleitet. Das Zusammenspiel funktioniert perfekt.

Es fällt schwer, einzelne Songs herauszuheben. Hits sind sie alle, vor allem „Mary Anne“ und „I Get Distant“. Etwas mehr Kanten weist „Static Age“ auf, „NY Rip Off“ ist fuzzier. Staubiges Western-Flair gibt es mit „Juarez“. Nur „Want“ ist etwas dunkler und driftender.

 

Fazit: Kann man nichts Böses wollen, tolle Platte!

8.7

Fazit

8.7/10