Review: Black Rebel Motorcycle Club – Wrong Creatures

Nach fünf Jahren Pause meldet sich der Black Rebel Motorcycle Club zurück. Gut, dass er wieder da ist.

Laut dem Nielsen Report haben 2017 US-Konsumenten erstmals mehr R’n’B/Hip Hop als Rock gehört. Am Coachella Festival sind erstmals überhaupt auf den Headliner-Positionen keine Rockbands vertreten. Die meistverkaufte Vinyl 2017 war „Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“ von den Beatles. Whatever Happened To My Rock’n’Roll?

Wenn eine Band diese Frage beantworten kann, dann wohl der Black Rebel Motorcycle Club. 2001 leitete die Band aus San Francisco ein Garage-Rock-Revival ein und entstaubte mit diversen anderen Gruppierungen die Rock Musik. Nun melden sie sich mit einem neuen Album zurück, gerade rechtzeitig offenbar.

Wrong Creatures“ (Vagrant) heißt die insgesamt achte Platte von BRMC. Es ist der erste Longplayer seit dem 2013er „Specter At The Feast“. Fünf Jahre hat die Band also gebraucht, so lange wie noch nie. Die Zeit hat die Band aber nicht dazu genutzt, einen gänzlich neuen Sound zu entwickeln. Vielmehr wurde sich darauf besinnt, was den BRMC immer schon so gut machte.

Es sind die wuchtigen, staubigen und treibenden Songs, die man mit dem Trio verbindet. Perfekt für einen Road Trip geeignet oder einen Absturzabend in der Roadhouse Bar. Die Lederjacke sitzt, die Sonnenbrille auf der Nase, die Zigarette im Mundwinkel.

Nach dem stampfenden und beschwörerischen Intro „DFF“ kommt das alte Gefühl zurück. „Spook“ und „King of Bones“ sind klassische BRMC-Nummern und laden zum Abdriften ein. Danach geht es reduzierter und auch zerbrechlicher weiter. Nach „Haunt“ und „Echo“ kommt der erneute Ausbruch erst wieder mitten in „Ninth Configuration“.

Es folgen gewohnt dichte und mystische Songs. „Circus Bazooko“ fällt mit seinem groovenden Sixties Psych und der Variation einer Zirkusmelodie etwas aus dem Rahmen, bildet aber in seiner Leichtfüßigkeit das Highlight der Platte. „All Rise“ entlässt uns dann mit einem Piano-Outro und wir sind froh, dass es den Motorcycle Club noch gibt.

Rettet diese Platte nun den Rock’n’Roll? Sie könnte, wenn wir sie nur oft genug mit anderen teilen.

Fazit: Erst wenn man ihn wieder hört fällt auf, wie sehr man den Black Rebel Motorcycle Club vermisst hat. Fantastisches Album!