Review: Black Mountain – Destroyer

Das seltsamste an der neuen Platte der Psych-Band ist nicht, dass der Frontman darüber berichtet, wie er endlich seinen Führerschein gemacht hat.

1985 hätte Black Mountain-Frontman Stephen McBean eigentlich seinen Führerschein machen können. Eigentlich, denn er hat es nicht getan. 32 Jahre mussten verstreichen, ehe er die Lizenz zum Autofahren in der Hand hielt.

Er verarbeitet die Gefühle, auf der Straße zu sein, auf dem neuen Album „Destroyer“ (Jagjaguwar). Den Titel hat das Werk vom 1985er Dodge Destroyer, wieder ein biographischer Hinweis also. Alles dreht sich um McBean.

Seine Person hat neue Mitstreiter bekommen. Joshua Wells und Amber Webber haben die Band verlassen, dafür ist Arjan Miranda wieder mit dabei. Dazu stoßen die neuen Mitglieder Rachel Fannan (Sleepy Sun) und Adam Bulgasem (Dommengang). Mitgewirkt haben an der Platte zudem Kliph Scurlock von den Flaming Lips, Kid Millions von Oneida und Produzenten-Mastermind John Congleton.

Scurlocks Einfluss könnte „Destroyer“ zu dem seltsamen Ereignis gemacht haben, das es ist. Synthies schwurbeln, Roboter singen. Weitere Inspiration war der in den 1980ern in Los Angeles tobende Kampf zwischen Hair Metal und Punk.

Die Eröffnungsnummer „Future Shade“ greift das direkt auf, ist sehr cheesy, setzt auf klischeehafte Riffs und versucht das mit dem On The Road-Gefühl zu kombinieren. Auf „Horns Arising“ wälzt Psych Rock zunächst dahin, dann stellt sich ein Roboter vors Mikro und drückt auf seinem Keyboard herum. Muss man mögen.

„Closer to the Edge“ ist Spoken Word mit Synthie-Untermalung. Beinahe hätte man das Album schon aufgegeben, dann kommt da ein sehr starker Part.

„High Rise“ stampft dahin, hat Handclaps und verschwitzte Sexiness. Sonnig verstrahlt zeigt sich „Pretty Little Lazies“. Das Highlight folgt mit „Boogie Lover“. Ein toller Groove, der schön fuzzy angelegt wird, geht in mächtig Schleppendes über.

Danach wird es wieder unnötig. „Licensed to Drive“ startet atmosphärisch, wird dann zu Metal, zündet aber nie richtig. Auf „FD‘ 72“ gibt es dann dramatischen New Wave.

Wir legen lieber das 15 Jahre alte famose Debüt auf, extrahieren drei Songs und vergessen den Rest.

Fazit: Zumindest zur Hälfte an die Wand gefahren.

6.8

6.8/10
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