Review: Aquarian Blood – Bending The Golden Hour

Das Ehepaar Horrell lebt ihre Punk-Wurzeln weiter im Folk aus.

Begonnen wurde Aquarian Blood als Punk-Band. Nachdem sich aber Schlagzeuger Bill Curry den Arm gebrochen hatte, richtete das Ehepaar Horrell das Projekt neu aus. Das Ergebnis war zurückhaltender Folk und Country, auf dem 2019er „A Love That Leads To War“ wundervoll dargeboten.

Auch der Nachfolger „Bending The Golden Hour“ (Goner) setzt auf ruhige Töne, wenn auch der Punk-Spirit hindurchschimmert. Verdeutlicht etwa durch „Night Train“, einem Scrotum Poles-Cover, das dann schon recht hektisch ausfällt, wenn es auch eher auf der akustischen Schiene bleibt.

Die Horrells haben sich Coltrane Duckworth (Crystal Shrine), Jesse Davis (Model Zero), Keith Cooper (Jack Oblivian and the Sheiks) und Graham Winchester (Cassette Deck, the Turnstyles, the Sheiks) als Gäste geholt. Sie sorgen für angenehme Zwischentöne, streuen Orgel, Synthies und dann doch mal ein echtes Schlagzeug ein.

Der Ansatz des Duos auf Memphis: Einfach Songs schreiben. Ein Album hatte man nicht im Sinn, umso überraschender daher, dass die ausgewählten Tracks doch sehr homogen sind. In den Ansätzen dennoch verschieden, geben sie eine Western-Stimmung mit, die mal verloren, dann wieder hoffnungsfroh ist.

Mystisch etwa „Channeling“ und „Count My Love“, geben sich „Till It Wasn’t Anymore“ und „Bending Time“ leichtfüßiger, wenn auch nicht weniger bedeutungsschwanger. Es geht um das Familienleben, um die einfachen und die schweren Tage. Das wird sehr schön kanalisiert.

„Waited“ ist impulsiv, „Covering The Past“ dramatisch, „Come Home“ berührend. Country, Folk, reduzierter Psych Rock, auf „Alabama Daughter“ dann auch mal lauter, wieder schön zusammengeführt.

Fazit: Mehr als eine bloße Songsammlung.

 

 

Aquarian Blood - Bending The Golden Hour

8.4

8.4/10
It's only fair to share...Share on Facebook
Facebook
Tweet about this on Twitter
Twitter
Pin on Pinterest
Pinterest
Email this to someone
email