Review: Anywhere – II

Die neue Platte des Psych-Rock-Kollektivs ist eigentlich eine Compilation.

Hach, Supergroups. Ein Label, das gerne verwendet wird, aber selten wirklich gute Musik bezeichnet. Anywhere ist so eine Supergroup. 2012 veröffentlichten sie ihr Debüt. Damals war das Personal noch überschaubar.

Rachel Fannan und Cedric Bixler-Zavala schrieben die Songs. Mike Watt war am Bass, Christian Eric Beaulieu an der Gitarre. Für den zweiten Release, betitelt „II“ (ORG Music), rekrutierte man beinahe die gesamte kalifornische Psych-Szene.

Da wären: Cyrus Comiskey (Drunk Horse), Dale Crover (Melvins), Ethan Miller (Heron Oblivion), Toshi Kasai (u.a. Melvins, Big Business), Phil Manley (Trans Am), Matt Holliman und Bret Constantino (beide Sleepy Sun), Gregory Rogove (Megapuss), Isaiah Mitchell (Earthless), Jonathan Hischke (u.a. Joan of Arc, Sophie Hunger), Krist Novoselic, Larry Boothroyd (Victims Family) und Naima Mora (Galaxy of Tar).

Einzige Konstante ist Beaulieu, der auf jedem Song zu hören ist. Bixler-Zavala und Watt sind nur noch bei einem Track vertreten, Fannan ist gar ganz raus.

Die Tracks sind über meherere Jahre hinweg entstanden und bereits auf den EPs „Light The Portals“ und „Olompali“ erschienen. Somit haben wir es bei „II“ mit einer Compilation zu tun, nicht mit einem homogenen Album.

Das merkt man auch. Die Songs gehen in sehr unterschiedliche Richtungen. Nach dem vertrippten „Bone Flute Blues“ und dem folkigen „Light The Portals“ beginnt der rein instrumentale, sehr experimentelle Teil.

„Moon Burnt Mountain“ hat Isaiah Mitchell an der Harfe und ist hippiesk. „Sunset Ruins“ rückt die Gitarre in den Vordergrund und gibt sich mystisch. Auf „No French Quarter“ erleben wir Krist Novoselic am Akkordeon.

Ein großes Ziel der Aufnahmen scheint es gewesen zu sein, Musiker ihnen fremde Instrumente zu geben. So spielt Gitarrengott Bixler-Zavala auch „nur“ Drums. Interessanter Ansatz, aber ein fetter Gitarrenpart des At The Drive-In-Mannes wäre auch schön gewesen.

Fazit: Gute Sammlung experimenteller Jams

7

Fazit

7.0/10