Review: 10 000 Russos – Superinertia

Mehr Synthies zum Kraut.

10 000 Russos und ihr sich ewig weiterentwickelnder Sound. Da passt der Begriff der Trägheit eigentlich nicht so ganz. Dennoch geht es um ihn auf dem neuen Album „Superinertia“ (Fuzz Club), dem insgesamt fünften der Band aus Portugal.

Der Zustand der Trägheit, der die Menschen der westlichen Welt befallen hat, ist das Thema. Musikalisch hat sich wieder Einiges verändert, wenn auch die Unterschiede zum 2019er „Kompromat“ nicht so markant sind.

Größte Tragweite hat wohl die Ausrichtung, noch mehr Synthie-Sounds hereinzulassen. Dazu stieß Nils Meisel zur Band, André Couto (Bass) verließ sie. Ansonsten ist das hypnotischer, tanzbarer Kraut Psych.

Noch mehr lassen sich die 10 000 Russos fallen. Die 14 Minuten langen Schlussnummer „Mexicali/Calexico“ zeigt sie dabei in ihrem Element. Flächen verändern sich langsam, also doch träge. Düsteres geht verloren, wird dann laut aufgefangen.

Dem entgegen steht „A House Full of Garbage“, eine knappe, luftige Nummer. Fantastisch die ersten drei von fünf Stücken. Mit dem warmen, zugleich dennoch irgendwie kühlem „Station Europa“ und seinen Shouts über stoischem Beat. Dann das gemütlich antreibende „Saw The Damp“ und schließlich der dancey Titeltrack. Ungeschlagen.

Fazit: Drei Mal überragend, zwei Mal toll.

10 000 Russos - Superinertia

8.9

8.9/10
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