Monatsrückblick: Die 8 besten Platten im Juli 2020

Protomartyr stellen das Album des Monats.

Das Album des Monats: Protomartyr – Ultimate Success Today

Ein hartes, kritisches Album zur richtigen Zeit. Zieht nicht herunter, öffnet dafür den Geist. Die Detroiter gestalten ihren Post Punk auf der fünften Platte etwas luftiger, entwickeln sich in eine jazzige Richtung. Dennoch gibt es die gewohnte Härte, sie wird nur etwas abgefedert. Die Hymne „Worm In Heaven“ schließt ab, lässt uns mit Gewissheit zurück, dass hier Großes passiert.

Die Psych Pop-Platte des Monats: Winter – Endless Space (Between You & I)

Samira Winter schüttet mit ihrer neuen Platte eine ganze Wagenladung an Gefühlen über uns aus. Der strahlende Psych Pop arbeitet mit Shoegaze, gerät kunterbunt, dann grauer. An manchen Stellen ist das Album zerbrechlich, dann wird ein Feuerwerk gezündet. Ein sehr starkes, persönliches Werk.

Die Heavy Rock-Plattes Monats: BLACK HELIUM – The Wholly Other

Im Vergleich zum Debüt wirkt das neue Album sehr viel zäher. Der abgefahrene Space Rock kommt vor, wird aber öfters von Doom abgelöst. Die Songs strotzen vor Wendungen. „One Way Trip“ fällt da etwas heraus, gerät dennoch erstaunlich gut. BLACK HELIUM können sich auch fokussieren und monoton sein, im positiven Sinne.

Die gefühlvollste Platte des Monats: Grace Sings Sludge – Christ Mocked & The End of a Relationship

Grace Cooper präsentiert auf ihrer neuen Soloplatte wundervolle Balladen, die sich vom dornigen Folk früherer Tage entfernen. Kein LoFi-Gefrickel mehr, mit viel Selbstbewusstsein berühren wollen ist das Ziel. Etwas Country, ein paar Experimente, sehr viele schöne Songs.

Die beste Dark Country-Platte des Monats: ZZ Ramirez & Carrie Keith – Wayward Love Down A Long Dead Road

Carrie Keith und ZZ Ramirez werfen ihre Country-Ansätze in einen Topf, lassen ihn in Dunkelheit schmoren. Punk taucht auf, doch zumeist lauert das Duo in düsteren Ecken.

Die beste Hardcore-Punk-Platte des Monats: Boris – NO

Die Japaner orientieren sich für ihr, vermutlich, 26. Album mehr am Hardcore Punk von GUDON. Zumeist brettern die Extreme-Metaller dahin. Doch, wie es Boris halt immer machen, wird versucht, Neues zu erzeugen. Etwa Slo-Mo-Black-Metal oder High-Speed-Emo. Mit Sicherheit die beste Platte seit langer Zeit.

Die beste EP des Monats: Mother Tongues – Everything You Wanted

Sechs Jahre haben die Kanadier gebraucht, um sechs ihrer Songs auf eine EP zu packen. Wie sehr die Band mit ihren Stücken vertraut ist, merkt man diesem Debüt an. Immer wieder wechselt man die Richtung, verwebt Dream Pop mit Fuzz, Psych Rock mit Shoegaze. Meisterlich.

Das Cover-Album des Monats: Damaged Bug – Bug On Yonkers

John Dwyer setzt seinem großen Helden Michael Yonkers ein Denkmal. Er schickt die teilweise sehr eigenartigen Songs durch den Synthie Punk-Filter, kippt an anderer Stelle zum Psych Rock ab. Weirdes trifft auf Eingängiges. Eine würdevolle Verbeugung und ein Aufruf an alle sich mit Yonkers zu beschäftigen.

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